[UPDATE] Kann-Semester: Einige Studierenden werden weit größere Bildungsnachteile spüren als andere

[UPDATE] 10.000 Unterschriften in Petition Kann-Semester, HM STUVE geht bundesweites Bündnis ein
 
Pressemitteilung der Hochschule München Studierendenvertretung
 
Erst vor sechs Tagen hat die Hochschule München Studierendenvertretung (STUVE) ihre Petition veröffentlicht. In dieser ruft sie die Hochschulrektoren- sowie Kultusministerkonferenz auf, die akuten Probleme der 2,9 Millionen Studierenden Deutschlands in den Blick zu nehmen: Die Coronakrise und ihre Folgen für Studierende haben sich zu einer deutschlandweiten Bildungskrise entwickelt. Die STUVE fordert daher ein „Kann-Semester“, in welchem die Studierenden je nach individueller Möglichkeit studieren können – ohne Angst vor Nachteilen.
 
Bereits 10.000 Menschen haben die Petition unterzeichnet. Auch haben sich viele Studierendenvertretungen Deutschlands dem Münchner Aufruf angeschlossen und unterstützen die bundesweiten Forderungen: Neben einer Aussetzung der Regelstudienzeit und der freiwilligen Nutzung von Lehrangeboten fordert die STUVE auch die Verschiebung aller Abgabefristen und das Recht Prüfungen zu wiederholen. „Mit der Forderung des Kann-Semesters möchten wir die Studierenden schützen, die durch die Coronakrise die größten Nachteile spüren werden“, so Christina Mooser, Vorsitzende der STUVE. „Studierende, die erwerbstätig sind, ihre Kinder betreuen, Familienangehörige pflegen, im Ausland feststecken oder im Katastrophenfall mithelfen, sind erheblichen Belastungen ausgesetzt.“
 
Um der Stimme und den Forderungen der Studierenden weiteres Gehör zu verschaffen, hat sich die STUVE nun mit weiteren Interessensgruppen von Studierenden zusammengeschlossen: Im Bündnis Solidarsemester 2020 haben sich viele Landesstudierendenvertretungen, Hochschulverbände, Gewerkschaften, sowie die Interessensvertretungen mehrerer Fachschaften und Studierendenschaften versammelt und einen umfänglichen Forderungskatalog an Bund, Länder und Hochschulen gerichtet.
 
Constantin Pittruff, Vorstandsmitglied der STUVE: „Die Forderungen der Petition Kann-Semester sind in den Katalog des Solidarsemesters 2020 eingegangen. Zusammen mit unseren Bündnispartnern machen wir klar, dass das Sommersemester kein Regelsemester sein darf. Alle  Prüfungsfristen müssen ausgesetzt werden. Prüfungen müssen als Freiversuche gewertet und zur Notenverbesserung wiederholt werden können. Nicht alle Studierende sind in gleichem Maße von der Pandemie betroffen. Die Teilnahme an Online-Lehrangeboten muss daher freiwillig sein!“
 
Die Petition ist auf www.kannsemester.de veröffentlicht, der  Forderungskatalog des bundesweiten Bündnisses auf www.solidarsemester.de. Das Bündnis lädt ein zur Pressekonferenz am 09. April 2020 um 11 Uhr.

Kontakt: unter T 089 1201-6059 oder per Mail.
Download: Pressemitteilung (update) als PDF (63 KB).
 
 
[Ursprüngliche Nachricht]
Petition der Hochschule München Studierendenvertretung
 
Die Corona-Krise und ihre Folgen machen auch nicht vor den 2,9 Millionen Studierenden in Deutschland halt:
 
Die Beschränkungen im Alltag und im Hochschulbetrieb, die psychischen und finanziellen Belastungen von Studierenden und die Unsicherheit wie es weitergeht treffen die Studierenden im erheblichen Maße. Die Digitalisierung der Lehre ist ein wichtiger und zukunftsweisender Aspekt der Hochschulbildung; jedoch erzeugt die äußerst schnelle Implementierung neue Belastungen und ungleiche Rahmenbedingungen für Studierende. 
 
Die Hochschule München Studierendenvertretung fordert daher alle Entscheidungsinstanzen auf, die Probleme der Studierenden in den Blick zu nehmen und richtungsweisende Lösungen umzusetzen. In einer Petition richtet sie sich an die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die Kultusministerkonferenz (KMK) – die Zusammenschlüsse der Hochschulen und der für Bildung, Wissenschaft und Kultur zuständigen Minister*innen.
 
„An allen Hochschulen in Deutschland wurde die Präsenzlehre eingestellt und bis auf Weiteres verschoben“, so Christina Mooser, Vorsitzende der HM STUVE. „Alle sind im Krisenmodus und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Auch unsere Hochschulleitung und das bayerische Wissenschaftsministerium arbeiten mit Hochdruck an Lösungen. Mit unserer Petition zeigen wir auf, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Studierenden haben wird – sowohl in Bayern als auch bundesweit.“
 
„Um Chancengleichheit unter den Studierenden sicherzustellen, darf das Semester nicht regulär zählen“, so Constantin Pittruff, Vorstandsmitglied der STUVE. „Einige Studierenden werden weit größere Bildungsnachteile spüren als andere. Dies ist für uns nicht hinnehmbar! Wir fordern daher ein ‚Kann-Semester‘, in dem die Lehrangebote von den Studierenden auf freiwilliger Basis genutzt werden können, aber nicht müssen, wenn es die Situation nicht erlaubt. Dadurch dürfen keine Nachteile entstehen.“
 
Die Petition wurde heute auf www.kannsemester.de veröffentlicht.
 
Kontakt: unter T 089 1201-6059 oder per Mail.
Download: Pressemitteilung als PDF (63 KB).
 
Mit freundlichen Grüßen,
 
Christina Mooser, Constantin Pittruff, Anna-Sarah Weigl, Franziska Blum, Marc Seidl und Max Emrich
 
Vorstand des Studentischen Parlaments der Hochschule München